EDV-Kenntnisse – ein veralteter Begriff

2018-08-25T12:10:14+00:0012. August 2018|Categories: Bewerbung|0 Comments
  • Notebook mit CSS Code

In der Regel findet sich der Begriff EDV-Kenntnisse in fast jedem Lebenslauf wieder. Doch was sagt dieser über deine Fähigkeiten im Umgang mit einem Computer aus? Gar nichts! Heutzutage wird von Bewerbern mehr verlangt als die simple Bedienung eines Computers, denn dies gehört mittlerweile schon zu den Grundlagen des alltäglichen Lebens. Somit setzen die meisten Arbeitgeber diese Fähigkeit voraus. Kaum ein Arbeitgeber oder Arbeitnehmer kann es sich erlauben, nicht auf dem aktuellen Stand der Technik zu sein. Du punktest also mit den richtigen Kenntnissen im Computerbereich durchaus. Allerdings solltest du darauf achten, den Begriff EDV-Kenntnisse zu vermeiden, denn dieser ist mindestens genauso veraltet wie das Wissen, das vermeintlich dahintersteckt.

„EDV“ steht für „Elektronische Datenverarbeitung“ und wurde 1980 geprägt. Damals ging es vorrangig um die Bedienung, Verwaltung und Wartung von elektronischen Rechenmaschinen und Computersystemen, welche heute zum Teil in der Form gar nicht mehr existieren. So gehören auch Kenntnisse, die irrelevant sind oder auf veraltete Systeme hinweisen, nicht in eine aktuelle Bewerbung.

Wieso wird der Begriff „EDV“ noch genutzt?

EDV-Kenntnisse beziehen sich auf alle Arten von Computerwissen, einschließlich Software- und Hardware-Kenntnissen. Dies ist ein sehr, sehr weit gefasster Bereich, der auf eine Vielzahl von Qualifikationen und Fähigkeiten zurückgreifen kann und auch darf. Noten oder Einschätzungen von „sehr gut“ bis „Grundwissen“ sind jedoch leider nicht sehr aussagekräftig für Personaler. Die Bewertung kann sich dabei auf die bekannten Microsoft-Programme oder spezielle Programme beziehen, die nur von IT-Fachleuten verwendet werden. Da es keine festgelegte, allgemein gültige Definition für EDV-Kenntnisse gibt, ist der Begriff zweideutig und individuell interpretierbar.

Ethernet LAN Kabel steckt im Port eines Servers

Im IT-Bereich ist es wichtig, zu spezifizieren, welches Wissen du mitbringst. Hier solltest du alles, was für die Bewerbung benötigt wird, im Lebenslauf auflisten.

Nicht nur der Begriff EDV-Kenntnisse hat im Laufe der Jahre an Bedeutung verloren – auch neue Bezeichnungen wie PC-Kenntnisse oder Computerwissen verraten nichts über die Qualitäten des Bewerbers. Diese Begriffe stellen nur Worthülsen dar, die dem Personaler nicht erlauben, sich ein konkretes Bild zu machen.

Gehören EDV-Kenntnisse der Vergangenheit an?

Seitdem der Begriff elektronische Datenverarbeitung vor vielen Jahren durch IT ersetzt wurde, ist es nicht überraschend, dass der Begriff EDV nun veraltet wirkt. Das Gleiche gilt leider auch für die Bewerber, die diesen Ausdruck noch verwenden. Wenn also ein Lebenslauf den Begriff „EDV-Kenntnisse“ enthält, erkennt ein Personaler schnell, dass der Kandidat wenig Ahnung von modernen Standards im IT-Bereich hat.

Alte Schreibmaschine von oben mit beschriftetem Papier

Darüber hinaus ist die Technologie, die mit der elektronischen Datenverarbeitung gemeint ist, nur bedingt für unternehmerische Zwecke nutzbar. In diesem Fall ist es möglich, dass der Bewerber über gewisses technisches Know-how verfügt, das für das Unternehmen allerdings keinen Mehrwert hat. Grundsätzlich ist es daher sinnvoller „EDV-Kenntnisse“ durch „IT-Kenntnisse“ zu ersetzen.

Doch auch hier können Fehler entstehen:

IT-Kenntnisse haben ohne nähere Beschreibung keine Aussagekraft. Je nachdem, in welcher Branche oder welchen Beruf du suchst, werden verschiedene technische Anforderungen an dich als Bewerber gestellt. Da heutzutage nur noch wenige Arbeitsplätze komplett computerfrei sind, wird in der Regel ein Mindestmaß an Wissen über die wichtigsten Microsoft-Produkte gefordert.

Sinnvoll ist es, eine genaue Auflistung der Programme im Lebenslauf darzustellen, mit denen man bereits Erfahrungen gesammelt hat – wichtig dabei ist: den eigenen Wissensstand einschätzen, denn so erhält der Leser einen noch besseren Einblick in die Fähigkeiten. Dafür kannst du Formulierungen wie „Sehr gute Kenntnisse“, „Gute Kenntnisse“, „Grundkenntnisse“ verwenden.

Darum sind IT-Kenntnisse dennoch wichtig

Im digitalen Zeitalter laufen die wenigsten Jobs ohne Standardprogramme. EDV- oder besser gesagt IT-Kenntnisse werden immer relevanter und umfassender. Heute gibt es eine Vielzahl von Programmen für unzählige Branchen und damit auch jede Menge Bewerber, die damit vertraut sind.

Microsoft Office Icons, Outlook, Excel, OneNote

Es ist wichtig, dass du erkennst, welche Qualifikationen der potentielle Arbeitgeber verlangt und du diese dann (natürlich wahrheitsgemäß) in deinem Lebenslauf wiedergibst. Gerade in den Bereichen Rechnungswesen, IT, Administration und Creative sind spezielle Anwendungen gefragt. Natürlich gelten für einen Webdesigner oder IT-Spezialisten andere Anforderungen als für einen Bauarbeiter oder Friseur.

Die gängigsten Programme sind:

  • Textverarbeitungsprogramme (MS Word)
  • Tabellenkalkulation (MS Excel)
  • Präsentationsprogramme (PowerPoint oder Prezi)
  • Email-Programme (Outlook)
  • Bildbearbeitungsprogramme (Photoshop)
  • Grafikprogramme (InDesign)
  • Betriebssysteme (Windows und Mac-Os)
  • Datenbanken (SQL)
  • Blogerstellung und Betreuung (WordPress)
  • Customer-Relationship-Managment-Systeme (freshsales)
  • Enterprise-Resource-Planning-Systeme (SAP)
  • Programmiersprachen (Java, JScript, BASIC, C++, QTML…)
Bildbearbeitungsprogramm Adobe Photoshop

Um diesen und weitere Fehler zu vermeiden, holen sich viele Bewerber Hilfe und greifen unter anderem auf die Unterstützung von Profis zurück. Das sind Bewerber, die sich die Bewerbung schreiben lassen. Hier helfen z.B. die Experten von richtiggutbewerben.de, einem Online-Startup, das sich darauf spezialisiert hat, ideale Bewerbungen für seine Kunden zu erstellen.

Ob du allerdings auf deine individuelle Note beim Verfassen des Anschreibens verzichten solltest, bleibt dir überlassen.

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