Ob klassischer Studentenjob neben dem Studium oder erste Festanstellung nach dem Abschluss: Die Suche nach einer passenden Stelle gestaltet sich oftmals gar nicht so einfach! Selbst wenn du schon weißt, in welche Richtung oder Branche es gehen soll, gestaltet sich die Stellensuche schwierig. Wo finde ich die besten Jobs? Welcher Weg verspricht den größten Erfolg? Und wo verschwende ich nur meine Zeit?

Unser Gastautor Christian Scherer, Online-Marketing-Manager von richtiggutbewerben.de und Experte für Online-Jobsuche und englische Bewerbungen, zeigt dir die Vor- und Nachteile von #5 Wegen, über die du deinen neuen Job finden kannst.

#1: Lange Nächte vor dem Computer: Stellenbörsen und Jobportale

Stellenbörsen und Suchportale wie StepstoneIndeed oder Monster sind für die allermeisten Suchenden die erste Adresse, wenn sie sich nach einer neuen Arbeitsstelle umschauen. Was früher die Jobbörse der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung war, findet heute natürlich digital statt: Hunderttausende Jobs – zum Greifen nah. Doch mit den Möglichkeiten ist natürlich auch die Konkurrenz gewachsen. Auf beliebte Stellen kommen heute teilweise hunderte Bewerber. Um bei dieser Konkurrenz hervorzustechen, muss deine Bewerbung natürlich perfekt sein. Und wenn das nicht funktioniert und du bei der Stellensuche nicht weiter kommst, solltest du vielleicht auch alternative Wege gehen.

Mein Tipp: Versuch’s doch mal über kleinere Nischenjobbörsen und nicht nur bei den großen Playern! Besonders universitäre Jobportale bieten Einsteigern gute Chancen. Auch spezialisierte Stellenbörsen sind meist ein Geheimtipp, wenn es um Stellen geht, die nicht überall groß ausgeschrieben werden – so steigen als Beginner natürlich die Chancen.

#2: Kontakte nutzen: Networking

Leichter hast du es natürlich, wenn du über bereits über ein Netzwerk in deiner Wunschbranche verfügst. Doch wie baut man ein solches Netzwerk auf? Da heißt es: Arbeiten und Extra-Schichten schieben! Wenn du Kontakte knüpfen möchtest, musst du bereits Erfahrungen haben. Denn nur bei der Arbeit knüpft man auch berufliche Kontakte. Praktika und Nebenjobs neben dem Studium sind dafür ideal. Du hast die Möglichkeit, öfters die Stelle zu wechseln und nicht nur neue Unternehmen, sondern auch neue Menschen kennen zu lernen. Wichtig ist dann natürlich: Verliere nicht den Kontakt, wenn du das Unternehmen verlässt. Soziale Netzwerke wie Xing oder LinkedIn sind dafür natürlich ideal geeignet und wirken nicht zu aufdringlich. Facebook-, Twitter- oder Instagram-Accounts sind für solche beruflichen Kontakte eher nicht geeignet, da sie den Ruf haben, doch eher für private Zwecke genutzt zu werden. Hier solltest du dich mit Freundschaftsanfragen an Kollegen oder gar den Chef eher zurückhalten. Auch Fachmessen oder andere Veranstaltungen können zum Netzwerken benutzt werden: Geh hin und schau an den Ständen vorbei, wo du schon jemanden kennst. So frischst du nicht nur bestehende Kontakte auf, sondern triffst vielleicht direkt neue Gesichter.

Wenn du dann auf Jobsuche bist, können solche alten Kontakte wieder sehr nützlich werden. Das muss noch nicht einmal direkt ein Jobangebot sein: Interne Ausschreibungen anderer Unternehmen machen auch gerne mal die Runde und können auf diese Weise auch zu dir gelangen. Networking ist also nie zu unterschätzen.

#3: „Klinken putzen“: Unternehmenswebseiten

In einer Zeit, in der man den Pizzadienst noch im Telefonbuch herausgesucht hat und den Film für’s Date in der Videothek an der Ecke ausleihen musste, war es oft noch üblich, spontan bei Unternehmen vorbei zu gehen und einfach zu fragen, ob gerade eine Stelle frei ist. Verrückt! Aber auch heute kann man noch „Klinken putzen“ – aber natürlich in digitaler Form. Jedes Unternehmen schreibt heute seine Stellen auch auf der eigenen Homepage aus. Manche Firmen schreiben diese sogar nur dort aus! Deshalb kann man sich auch heute noch auf die Jagd nach Ausschreibungen durch hunderte Unternehmensseiten klicken und hoffen, die Goldader zu finden. Kann man machen, aber der Zeitaufwand ist natürlich sehr groß.

#4: Kilometer machen: Karrieremessen und co

Du nimmst den Ausdruck Jobjagd wörtlich und bevorzugst die Suche abseits des Internets, indem du mit deinem Auftreten überzeugst? Dann sind Karriere- und Jobmessen bestimmt dein Ding. Sowohl Unis als auch Karrierenetzwerke oder Jobportale wie zum Beispiel Staufenbiel veranstalten jedes Jahr Absolvententreffen oder Karrieretage, an denen Jobsuchende und Unternehmen zusammengebracht werden. Um herauszufinden, ob dir eine Jobmesse liegt, hilft nur eins: Ausprobieren! Ein Tipp: Auch wenn du dich ordentlich anziehen solltest, verzichte nicht auf bequeme Schuhe – denn die Wege auf solchen Messen können sehr lang werden. Bring auch immer ein paar ausgedruckte Lebensläufe mit, die du deinen Gesprächspartnern in die Hand drücken kannst und lass dir immer persönliche Kontakte nennen (oder die entsprechenden Visitenkarten geben). So kannst du später auch selbst aktiv werden und dich auf die Messe berufen. Engagement und Interesse sind schließlich immer sehr gerne gesehen.

#5: Stellensuche? Lass dich finden: Soziale Netzwerke

Der scheinbar einfachste Weg, einen Job nach dem Studium zu finden, ist die Präsentation auf Sozialen Netzwerken oder Plattformen, die dich und potenzielle Arbeitgeber zusammenbringen. Doch auch diese Möglichkeit der Stellensuche hat seine Tücken: Um von den richtigen Personen gefunden zu werden, solltest du das Xing Profil optimieren und auf spezielle Suchbegriffe ausrichten. Allgemeine Standardfloskeln sind natürlich nie angesagt, haben hier aber dann überhaupt nichts zu suchen – sonst landest du bei den Suchbegriffen irgendwo auf Seite 2 bis 3 und kannst die Stellensuche über Jobnetzwerke vergessen. Sei also unbedingt genau und überlege dir, was du mit deinem Profil erreichen möchtest. Aber auch in Sozialen Netzwerken gilt: Werde selber aktiv und sei nicht nur passiv. Dein Profil muss gepflegt werden und darf nicht brach liegen. Dann hast du gute Chancen, so deinen potenziellen neuen Arbeitgeber zu finden.

Fazit

Wie du deine Stellensuche gestaltest, ist natürlich rein subjektiv: Die einen setzen auf Jobbörsen im Netz, für die sie sogar Notifications für Jobs mit speziellen Parametern eingestellt haben, andere wählen eher den persönlichen Kontakt und bauen sich so ein Netzwerk auf. Welchen Weg du wählst, musst du selbst entscheiden und sehen, was für dich und auch deinen Berufswunsch das passendste ist. Es ist aber nie verkehrt, sich auf verschiedenen Ebenen zu informieren. In vielen Branchen ist auf ein Profil auf Xing oder LinkedIn kaum zu verzichten und die Pflege gehört zum Täglichbrot. Und wenn man die eigene Online-Präsenz ordentlich gestaltet, gibt es nichts, was dagegen spricht.

Aber ganz egal, wo du auf Stellensuche gehst: Sei hartnäckig und selbstbewusst – und verkaufe dich nicht unter Wert!