Eine Schreibblockade ist richtig nervig – besonders, wenn man an einem wichtigen Dokument sitzt und die Deadline immer näher rückt: Hausarbeiten, ein wichtiges Essay oder auch die Bewerbungsunterlagen für den nächsten Job. Das Problem bei der Bewerbung ist allerdings, dass es keine mittelmäßigen Noten gibt. Da gilt Hop oder Top! Entweder du überzeugst und bekommst die Chance, dich im Vorstellungsgespräch persönlich zu verkaufen oder deine Bewerbung landet in Ablage P wie Papierkorb. Und jemand anderes bekommt den Job!

Damit dir das nicht passiert und du die Hürde zum persönlichen Gespräch überwindest, sollten dir einige Dinge klar sein, bevor du dich an den Laptop hockst und drauflos schreibst. Wenn du die folgenden 5 Tipps berücksichtigst, bist du in jedem Fall gut gerüstet und kannst ein perfektes Anschreiben erstellen.

Unsere Gastautorin Julia Weidemann, Customer Service Agent von richtiggutbewerben.de, berät täglich dutzende Bewerber und gibt dabei ihr Fachwissen und ihre wertvollen Erfahrungen in den Bereichen Bewerbung und Karriere weiter. Sie weiß ganz genau, was ein gutes Bewerbungsschreiben ausmacht!

#1: Der richtige Einstieg ist wichtig

Der berühmte erste Satz: Wie viele große (oder auch kleine) Denker sind am Einleitungssatz von Hausarbeiten, Bachelor- und Masterarbeiten und Dissertationen verzweifelt? Egal wie kreativ du bist: Beginne dein Anschreiben auf jeden Fall mit der persönlichen Anrede deines Ansprechpartners, um sicherzustellen, dass deine Bewerbung auch bei der richtigen Person innerhalb des Unternehmens landet. Damit dieser deinen Dokumenten auch die nötige Aufmerksamkeit schenkt, solltest du auf eine interessante Einleitung achten, die deinem Gegenüber zum Weiterlesen einlädt. „Mit großer Freude habe ich Ihre Stellenanzeigen in Stellenbörse XYZ gelesen und bewerbe mich hiermit.“ Damit lockst du niemanden hinter dem Ofen hervor! Besser: Warte bereits ganz zu Beginn mit deinen persönlichen Stärken, einem coolen Auslandsaufenthalt oder einem interessanten Praktikum auf, das du absolviert hast. Hierbei solltest du deutlich herausstellen, warum und wie diese Dinge so gut zum besagten Unternehmen und deiner Wunschstelle passen. Dieser Bezug ist entscheidend: Es gehören nämlich immer Zwei dazu: Du UND das Unternehmen.

#2: Deine Stärken ergeben ein Profil

Der nächste Abschnitt deines Anschreibens sollte sich deinen Erfahrungen widmen. Was machst du grade? Welche Erfahrungen konntest du bereits sammeln? In welchen Bereichen hast du schon Fachwissen erworben? Hier kannst du auch deine persönlichen Stärken in den Fokus stellen und bereits gewonnene Erfahrungen, am besten anhand von konkreten Beispielen verdeutlichen.

„Ich konnte bereits erste Erfahrungen bei einem sechsmonatigen Praktikum in der Marketingagentur XYZ sammeln, in der ich für die Leitung eines eigenen Projekts und die Betreuung der Bestandskunden zuständig war.“

So bekommt der Personaler bereits vor dem Öffnen deines Lebenslaufs einen Eindruck, was du so alles anzubieten hast. Hier kannst du Highlights setzen und vielleicht auch von Lücken oder fehlenden Erfahrungen in anderen Bereichen ablenken – wenn das nötig ist.

#3: Kein Floskelsalat – und Finger weg von Vorlagen!

Floskeln, typische Redewendungen und Höflichkeitsgeblubber sind zwar manchmal notwendig, aber du solltest es auf keinen Fall übertreiben. Gerade Vorlagen aus dem Internet sind meistens gespickt davon – und nichts langweilt Personaler mehr, als immer und immer wieder nur den trüben Einheitsbrei zu lesen. Ein routinierter Leser erkennt sofort, ob du deine Bewerbung aus dem Netz gezogen hast oder ob du dir wirklich Mühe gemacht hast.

Gehe lieber auf die Anforderungen der Stellenausschreibung ein und gestalte das Ganze so individuell wie möglich. Schließlich will der Leser dich kennenlernen und herausfinden, ob du ins Unternehmen passt. Keine Vorlage kann das wirklich leisten.

#4: Warum bist gerade du der ideale Kandidat?

Diese Frage schwebt über der gesamten Bewerbung: Warum du? Nenne den konkreten Grund deiner Bewerbung und deine Motivation, warum gerade du der Richtige für diesen Job bist. Hier kannst du nochmal eine Verbindung zu den vorher genannten Erfahrungen und Stärken aufbauen, damit du einen roten Faden im gesamten Anschreiben behältst. Struktur ist schließlich (fast) alles!

Wenn es die Stelle und das Unternehmen hergeben, kannst du ruhig kreativ sein! Gib alles und sei mutig: Eine gute Bewerbung kann auch mal etwas außergewöhnlich sein. Schließlich willst du auffallen und dich abheben.

#5: Ein runder Abschluss

Wenn du diese textlichen und gestalterischen Hürden gemeistert hast, bleibt nur noch die letzte Herausforderung – mit einem freundlichen und motivierenden Abschlusssatz verabschiedest du dich vom Leser. Lass den Personaler oder potenziellen Chef spüren, dass du dich darauf freust, ihn in einem persönlichen Gespräch kennenzulernen und verdeutliche noch einmal dein Interesse an der ausgeschriebenen Stelle und dem Unternehmen. Hier musst du die Welt nicht neu erfinden – achte aber trotzdem auf die formell-passende Wortwahl, ohne stocksteif zu wirken. Und: Vergiss auf keinen Fall die Unterschrift unter deinem Anschreiben. Handschriftlich!

Fazit

Nochmal kurz und knapp: Achte auf den richtigen Ansprechpartner, schreibe den Namen richtig vergiss niemanden! Schreib dein Anschreiben so persönlich wie möglich – Vorlagen aus dem Internet, gespickt mit Floskeln und Allgemeinheiten, helfen dir dabei auf keinen Fall. Nimm lieber Bezug auf’s Unternehmen, bau individuelle Details zu deinem bisherigen Karriereweg und der Stellenausschreibung ein. Und sorge für eine vernünftige Struktur: Stichwort Roter Faden! Wenn du diese Schritte beachtest, bist du für deine nächste Bewerbung gewappnet und kannst die Personaler mit einem perfekten Anschreiben überzeugen! Solltest du dennoch Hilfe benötigen oder wirklich keine Zeit für’s Schreiben haben, kannst du dich auch von einem Bewerbungsservice unterstützen lassen.