Es ist endlich soweit! Das wochenlange Warten hat ein jähes Ende und alle freuen sich – zumindest in einer Wunschwelt. Zwar ist aufjedenfall ein Stück Freude und Erleichterung von uns allen zu spüren, aber natürlich finden wir auch Gefühle wie Angst und Stress zusammen mit einer Portion Unwissenheit gemischt mit einem Hauch Planlosigkeit. Ich weiß wie es in dir aussieht, schließlich bin ich auch kein Ersti mehr. Ich weiß aber auch wie du diese negativen Gefühle in die angekündigte ausgelassene Freude umwandeln kannst. Die folgenden Punkte werden dir dabei eine Hilfe sein und deinen roten Faden während der Vorbereitung auf das kommende Semester bilden.

Fristen einhalten

Wie überall in dieser bis aufs Knochenmark bürokratisierten Welt sind auch in den Hochschulen die Regeln um Formulare, Anträge und Anmeldungen nicht aufgehoben. Es wäre auch zu schön, um wahr zu sein. Informiere dich frühzeitig über diverse Fristen und Anmeldemöglichkeiten, die dich betreffen könnten. An vielen Hochschulen und Universitäten kann man sich nur in kurzen und begrenzten Zeiträumen für die sehnlichst erwünschte Vorlesung anmelden. Deshalb lieber nicht versäumen, sonst landet man in einem Kurs, den man sich nicht mal in seinen kühnsten Träumen hätte vorstellen können.
Ein weiteres Thema dreht sich – wie sollte es anders sein – um unser ach so knappes Geld. Viele von euch werden es kennen, das leidige Hin und Her mit dem BAföG-Amt. Eine Woche zu spät und schon darf man alles neu beantragen! Ein bisschen überspitzt, aber beim Thema Pünktlichkeit ist mit den Beamten nicht zu spaßen 😉 Deshalb mein Rat: Schon im aktuellen Semester um die BAföG-Weiterleistung für das nächste Semester kümmern!

Leistungsnachweise

Kümmern solltest du dich auch um die abzulegenden Prüfungen und Präsentationen sowie Studienarbeiten. In den Modulhandbüchern oder in der Studien- und Prüfungsordnung sind die genauen Vorgaben detailliert aufgelistet. Hier entnimmst du, welches Fach wann und in welcher Art und Weise abgelegt oder bestanden werden muss. Oftmals musst du auch nach einer gewissen Anzahl von Semestern eine ECTS-Grenze erreicht haben, um ins nächste Semester vorrücken zu dürfen. Diese Credit-Schwelle befindet sich häufig nach dem Grundstudium. Achja, Unwissenheit schützt vor Strafe nicht – das musste ich auch schmerzhaft feststellen.

Stundenplan

Spätestens jetzt solltest du wissen, was auf dich zukommt, wenn du die heiligen Tore deiner Hochschule erneut betrittst. Höchste Zeit für die Planung deines persönlichen Stundenplans. Hast du mehrere Vorlesungen zur gleichen Zeit? Finden sämtliche Kurse geballt an einem Tag statt? Sind auch mal nützliche Freistunden im Stundenplan? Hier kann man sich das Leben schnell zur Qual machen. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass du es dir schnell sehr leicht machen kannst. Achte darauf, dass du nicht zu viel von dir verlangst und besuche nur Vorlesungen, die du auch ohne Klon hören kannst. Wenn es möglich ist, ist ein ausgeglichener Plan über die ganze Woche hinweg die beste Lösung. Vielleicht ist sogar ein freier Tag drin! Was allerdings absolut wichtig ist und dir einen kleinen Vorteil verschaffen könnte, ist ein Blick auf die kommenden Semester. Liest ein neuer Professor die meistgefürchtete Vorlesung des Studiums? Oder ist die Prüfung bei einem anderen Dozenten immer super lässig, jedoch geht dieser bald in Ruhestand? Das Vorziehen von Vorlesungen und Prüfungen kann in diesen und manch anderen Fällen entgegen aller Empfehlungen sehr sinnvoll sein.

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Vorbereitung auf den Stoff

Da du die bevorstehenden Kurse und Fächer kennst, kannst du die Gelegenheit und freie Zeit nutzen und dich ein wenig vorbereiten. Keine Angst, auch ich halte nichts vom Lernen in der vorlesungsfreien Zeit. Ich bin sogar ein Verfechter vom Kurzzeitgedächtnis und lerne gerne erst kurz vor den Prüfungen – aber dazu ein anderes Mal. Viele Professoren und Dozenten laden ihr Vorlesungs-Skript und sonstige Unterlagen ins Intranet der Hochschule hoch. Dort kannst du stöbern und das ein oder andere Skript schon einmal herunterladen. Wenn du Lust hast, schadet es natürlich nicht, dort hineinzusehen. Die oft überlesenen Hinweise zur passenden Literatur sind in diesem Augenblick ein Glücksfall für dich; wer leiht sich schon Bücher kurz vor Semesterbeginn aus? Wenn du Glück und Freunde hast, dann bekommst du sogar alte Klausuren. Manchmal muss man hierfür zwar sämtliche Gefallen einlösen und Höflichkeitsbarrieren überschreiten, aber es lohnt sich. Schließlich gewinnst du wertvolle Einblicke in den Aufbau der Klausuren und erkennst möglicherweise ein wiederkehrendes Muster bei den Fragen.

Termine frühzeitig planen

Dann wären da noch die zeitfressenden Präsentationen, Haus-, Studien- und Projektarbeiten. Um Termine und Deadlines für diese Aufgaben wird meist kein großes Geheimnis gemacht. Über das Intranet, die Vorlesungsskripte oder eine E-Mail an den Professor kommst du ganz einfach an deine Termine. Aus Erfahrung weiß ich wie unrealistisch es ist, sich ohne Zeitdruck und weit im Voraus für eine Präsentation oder eine Studienarbeit vorzubereiten. Trotzdem: Fang an! Das spart viele Nerven und bringt dir einen riesigen Vorsprung ein, wenn das Semester schließlich begonnen hat. Die Termine nützen dir außerdem das ganze Semester durchzuplanen und Doppelbelastungen zu vermeiden.

Arbeitsplan erstellen und Leistungskurve berücksichtigen

Doppelbelastung: gutes Stichwort! Sicherlich kennst du nicht alle Termine, aber die, die du kennst, helfen dir einen Arbeitsplan über das Semester hinweg zu erstellen. Hier eine Deadline und eine Präsentation, dort die Lerngruppe und die Prüfung. Visualisiere die Termine in deinem Kalender und plane schon einmal die realistische Zeit ein, die du zur Vorbereitung bzw. Bearbeitung zur jeweiligen Aufgabe benötigst. So siehst du auf den ersten Blick, wo es Überschneidungen gibt oder es stressig wird. Sofern es dir möglich ist kannst du nun Termine verschieben, Aufgaben im Voraus bearbeiten oder dich einfach seelisch und moralisch auf die schwere Zeit einstellen. Eins ist jedoch gewiss – es wird dich nicht überraschen, wenn die Zeit kommt.

Freizeit nicht vergessen

Last but NOT least! Es sind immer noch Semesterferien. Zwar nicht mehr lange, aber offiziell schon. Genieße die letzten freien Stunden, gehe nochmals Feiern oder gammel vor dem Fernseher. Auch die ersten Tage des neuen Semesters solltest du nicht mit 120% angehen. Diese Zeit sollte deiner Orientierung dienen und für Gespräche mit deinen Kommilitonen reserviert sein. Lass das Semester auf dich zukommen und dich nicht stressen. Alles in allem solltest du dich ja wie eingangs erwähnt über den Semesterbeginn freuen! Und mit all diesen Ratschlägen und Vorbereitungen hast du keinen Grund dies auch zu tun.