Ob Nebenjob, Werksstudi-Stelle oder fester Job nach dem Studium: Die Suche nach jemanden, der einem indirekt die Rechnungen bezahlt, kann extrem schwierig sein. Die Erstellung der schriftlichen Bewerbung nimmt dabei einen besonders nervigen Part ein: Niemandem fällt es wirklich leicht, eine Bewerbung zu schreiben! Was sind die neuesten Trends bei der Jobsuche? Hat sich etwas geändert? Und was muss, sollte oder könnte man alles erwähnen? Um diese Fragen zu klären, wollen wir in einer kleinen Serie auf 4 wichtige Teile der Jobsuche eingehen: Lebenslauf, Bewerbungsschreiben, Stellensuche und alles Wichtige rund ums Vorstellungsgespräch!

Den Anfang macht ein Teil der Bewerbung, der absolut unverzichtbar ist und um den sich viele Mythen ranken: Der Lebenslauf.

Unser Gastautor Christian Scherer, Online-Marketing-Manager von richtiggutbewerben.de und Experte für Online-Jobsuche, zeigt dir die #5 wichtigsten Must-Have’s im Lebenslauf. Bei Christians Online-Startup kann man sich die individuelle Bewerbung schreiben lassen – persönlich und auf die Traumstelle vom Profi zugeschnitten.

Lebenslauf Vorlage als Muster

#1: Fixe Daten checken!

Es klingt simpel: Aber zu aller erst müssen alle deine persönlichen Daten genannt werden! Dazu gehört dein Geburtsdatum und -ort sowie deine Nationalität. Die Angabe dieser Daten ist in Deutschland natürlich nicht verpflichtend, aber üblich. Du musst diese Punkte nicht angeben: Allerdings fragt sich der Personaler sonst sicher, warum du dort nichts angibst. Und offene Fragen zu fixen Daten mögen Personaler nicht.

Ebenso wichtig ist die Angabe von den Kontaktdetails wie Adresse, Telefonnummer und E-Mail. Auch wenn du alle Angaben schon einmal im Anschreiben gemacht hast, solltest du alle wichtigen Daten auch nochmal im Lebenslauf vermerken: Gerade in größeren Unternehmen kann es sein, dass im weiteren Bewerbungsprozess Anschreiben und Lebenslauf getrennt werden. Wenn du Pech hast, gehen deine Kontaktdaten verloren – und das wäre sehr ärgerlich! Sei also lieber etwas genauer und gib alles korrekt an.

#2: Unwichtiges streichen!

Aufgeblähte Lebensläufe bringen niemandem etwas. Generell gibt es im deutschen Raum keine Vorgabe, wie lang ein Lebenslauf sein darf. Allerdings kann sich jeder denken: Personaler oder potenzielle Chefs bekommen bei spannenden Jobs jeden Tag eine große Anzahl an Bewerbungen – und damit auch Lebensläufen – auf den Tisch. Dann wollen sie auf einen Blick erkennen, ob der Kandidat ein geeigneter Bewerber für die Stelle ist. Oder eben nicht! Bei einem Lebenslauf von fünf Seiten, von denen vielleicht nur zwei wirklich relevant und aussagekräftig sind, wird der Personaler sich zurecht fragen, was das Ganze soll.

Generell gilt, dass ein zweiseitiger Lebenslauf bei Jobeinsteigern vollkommen in Ordnung ist. Bei erfahrenen Arbeitnehmer können es, je nach Anzahl der Stationen, auch mal drei bis vier Seiten sein.

Less is more, weniger ist mehr!

Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel, allerdings sollte man ganz genau darauf achten, was man in den Lebenslauf mit aufnimmt – und ob es wirklich wichtig für die Bewerbung ist. In zahlreichen Lebensläufen finden sich immer noch Angaben zum Job der Eltern und Geschwister, zur besuchten Grundschule und unnötige Hobbys oder Interessen. Und wenn du jetzt sagst: Aber Hobbys sollen doch in den Lebenslauf! – Achtung Cliffhanger! – kommen wir später dazu!

Auch auf Auszeichnungen wie das Freischwimmer-Abzeichen oder die Siegerurkunde bei den Bundesjugendspielen darfst du gerne stolz sein – im Lebenslauf haben sie aber nichts zu suchen.

Generell gilt: Hat es einen Mehrwert für den Leser und gehört zu deiner beruflichen Laufbahn? Dann gehört es unbedingt in den Lebenslauf!

#3: Die Struktur macht die Musik!

In der Struktur des Lebenslaufs hat sich in den letzten Jahren einiges getan: In der Schule haben die meisten noch gelernt, dass alles streng chronologisch aufgebaut sein sollte. Am Anfang war die Schule – dann kommt die Uni. Darauf folgt die Praktische Erfahrung, meist gesammelt durch Praktika. Niemand hat sich gefragt, ob diese Anordnung wirklich sinnvoll ist – bis man den internationalen Vergleich gewagt hat. In englischen CVs gilt schon seit vielen Jahren eine andere Struktur: Eine a-synchrone Strukturierung, beginnend mit der wichtigsten Station des Bewerbers. Das kann das Studium sein, aber auch der Punkt Praktische Erfahrung – kurz gesagt, wird der Lebenslauf so leserfreundlich strukturiert, dass der Leser die wichtigsten Daten für die Besetzung der Stelle und die interessantesten Punkte direkt zu Beginn sieht.

Nur im Fall einer Bewerbung um einen Studienplatz wäre beispielsweise der Schulabschluss bzw. die Zugangsberechtigung für den Studienplatz interessant. Ansonsten macht es immer mehr Sinn, eine a-synchrone Struktur zu wählen. Dies hat sich auch im deutschen Raum mittlerweile etabliert und bewährt.

#4: Nichts ist wichtiger als die tatsächlichen Tätigkeiten!

Mit der bloßen Erwähnung deiner Stationen ist es aber noch nicht getan. Damit dein Lebenslauf aussagekräftig wird, ist es zwingend notwendig, dass du auch die tatsächlichen Aufgaben und Tätigkeiten aufzählst. Ein praktisches Beispiel: Du hast ein Praktikum in der Lokalredaktion einer Zeitung gemacht. Im Lebenslauf steht dann: „03/2016 bis 06/2016: Praktikum bei der Freien Zeitung

Das ist schön! Allerdings weiß der Leser nicht, was genau du in diesen drei Monaten wirklich getan hast. Ein solches Praktikum kann vom Kaffee kochen und einfacher Recherche für die leitenden Redakteure bis hin zu komplett selbstständiger Arbeit und dem Verfassen von Reportagen und Besuch von Terminen reichen – und der Leser erfährt deine tatsächlichen Aufgaben nur, wenn du sie kurz skizzierst. Da reichen Stichpunkte vollkommen aus. Um bei unserem Beispiel zu bleiben:

  • Einblick in die allgemeine, redaktionelle Arbeit
  • Verfassen eigener Artikel und Beiträge
  • Besuch von Pressekonferenzen
  • Führen von Interviews

Gar nicht so schwer – und deutlich aussagekräftiger!

#5: Hobbys und Persönliches? Jaein!

Gokart-Bahn mit Fahrer und Gokart

Ein Streitpunkt, der immer wieder aufkommt, sind Hobbys (ja, es heißt nicht Hobbies!) und Interessen. Sollte man sie im Lebenslauf erwähnen? Hier gilt ein klares Jaein! Hobbys können, müssen aber nicht erwähnt werden. Allerdings soll der potenzielle Arbeitgeber dich ja kennenlernen. Und dazu gehört auch ein kleiner aussagekräftiger Einblick in deine Interessen. Wichtig ist aber, dass die aufgeführten Punkte dann auch wirklich etwas über dich verraten: „Lesen, Reisen, Sport“ schreibt jeder. Sei lieber etwas genauer und gib mehr über dich Preis!

Der Idealfall: Deine Hobbys haben einen Bezug zum Job. Dann darfst du auch etwas genauer werden! Allerdings sind die persönlichen Interessen auch nur eine Zugabe. Bevor die Hobbys deinen Lebenslauf sprengen, solltest du dich lieber etwas zügeln.

Fazit

Der Lebenslauf ist meistens das Erste, das der Leser von der Bewerbung in die Hand nimmt, um sich einen Eindruck vom Bewerber zu verschaffen. Deshalb ist es wichtig, sich nicht nur ordentlich zu präsentieren, sondern dem Personaler oder potenziellen Chef direkt die wichtigsten Informationen zu liefern, ohne viel Zeit zu verschwenden. Dabei solltest du darauf achten, dass alle Daten komplett sind und dein Lebenslauf nicht von unwichtigen Details unnötig aufgebläht wird.